Praxiswissen für Unternehmen

„Wir lindern die größten Schmerzpunkte im Fördermittelprozess“ – Interview mit Victoria Hoffmann zur neuen SectorPi-Plattform für die Forschungszulage

Mit der neuen Plattform stellt SectorPi die Aufbereitung der Projektdaten neu auf und beschleunigt damit den aufwändigsten Schritt im Antragsprozess.

Die Forschungszulage ist seit ihrer Einführung zu einem der wichtigsten Instrumente steuerlicher Innovationsförderung in Deutschland geworden. Doch der Antragsprozess bleibt komplex, und die Aufbereitung von Personal- und Projektdaten ist für viele Unternehmen ein langwieriger Engpass. SectorPi geht diesen Engpass mit einer vollständig neu entwickelten Plattform an. Im Mittelpunkt steht ein „Tech-Enabled-Modell" aus persönlicher Expertise und digitaler Infrastruktur. Im Interview spricht Co-Founder und Geschäftsführerin Victoria Hoffmann über die strategische Neuausrichtung, die wichtigsten Funktionen und den Mehrwert für Antragsteller und Steuerberatungen.

Victoria, ihr habt eine vollständig neu entwickelte Plattform an den Start gebracht. Was ist der entscheidende Unterschied zum bisherigen Produkt?

Wir rücken mit der neuen Plattform konsequent die Beratungsleistung in den Mittelpunkt. Individuelle Begleitung ergänzen wir mit unserer Technologieplattform. Die Kombination ist das Werkzeug, mit dem wir Effizienz in den Prozess bringen. Das ist ein deutlich anderes Angebot als reine Software-Tools, die Antragstellern viele Aufgaben einfach zurückgeben. Die Verantwortung für Antragsqualität, fachliche Tiefe und behördliche Kommunikation bleibt in der Hand erfahrener Experten.

Portrait

„Wir erbringen eine Beratungsleistung mit persönlicher Expertise und individuellem Support. Unsere Plattform sorgt dafür, dass der Antragsprozess effizient läuft, ohne dass Unternehmen die fachliche Tiefe einbüßen. Das ist der Unterschied zu reinen Softwarelösungen am Markt."

Victoria Hoffmann – Co-Founder & Geschäftsführerin SectorPi

Wo liegt der „größte Schmerzpunkt" im Antragsprozess?

Der größte Schmerzpunkt liegt in der Zusammenstellung der Projektdaten. Ein guter Fördermittelberater kann etwa neunzig Prozent des Aufwands abnehmen, aber niemals hundert. Wer das behauptet, ist nicht ehrlich. Denn am Ende braucht der Antrag belastbare Rohdaten. Welche Mitarbeitenden waren wann am Projekt beteiligt. Welche Gehälter sind angefallen. Wo gibt es Abwesenheiten, die wir herausrechnen müssen. Wie sehen die Auftragnehmerverträge und Rechnungen aus. Diese Datenarbeit hat in der Vergangenheit zwingend beim Unternehmen interne Ressourcen gebunden, obwohl die eigentlich Wichtigeres zu tun haben. Genau diese Lücke schließen wir.

Wie konkret löst die neue Plattform diesen Engpass?

Antragstellende Unternehmen können ihre Mitarbeiterstammdaten direkt aus DATEV per CSV-Export einspielen. Wer zum Beispiel Personio oder ein anderes HR-System nutzt, kann ebenfalls über einen Excel- oder CSV-Export liefern. Mit einem Klick liegen die Daten in der Plattform. Eintritts- und Austrittsdatum sind dabei, Abwesenheiten ebenfalls, denn natürlich kann an Urlaubs- oder Krankheitstagen kein Forschungs- und Entwicklungsaufwand allokiert werden. Aus diesen Informationen berechnen wir automatisch die produktive Jahresarbeitszeit. Die Allokation auf F&E-Arbeitspakete kann dann entweder prozentual erfolgen, oder, wenn ein Unternehmen über eine genaue Stundendokumentation verfügt, stundengenau. Beides ist abgebildet, je nachdem, wie das Unternehmen aufgestellt ist.

Wie geht ihr mit der Sensibilität von Personal- und Gehaltsdaten um?

Datenschutz ist ein zentraler Punkt, gerade bei größeren Unternehmen. Viele wollen verständlicherweise nicht, dass alle Mitarbeitenden auf alle Personaldaten Zugriff haben. Wir arbeiten in der Plattform mit internen Identifikatoren, sodass eine Zuordnung im Antragsprozess möglich ist, ohne dass sensible Daten unnötig breit geteilt werden. Hinzu kommt ein Rollensystem. Wer im Unternehmen für die Buchhaltung zuständig ist, sieht die Gehaltsdaten. Wer mit uns an den Antragstexten arbeitet, braucht diese Daten nicht. So wird die Antragstellung zum kollaborativen Prozess, ohne dass Datenschutz und Vertraulichkeit auf der Strecke bleiben.

Ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ist die Einbindung der Steuerberatung. Was bedeutet das in der Praxis?

Die Unternehmen können im Antragsprozess ihre Steuerberatung direkt in die Plattform einladen. Die Steuerberatung erhält dann Zugriff auf genau jene Auswertungen und Tabellen, die sie für die Übertragung der Werte in die ELSTER-Dokumente benötigt. Personalaufwendungen können wir tagesgenau auf unterschiedliche Wirtschaftsjahre und Förderperioden aufteilen, was den Anforderungen der Finanzverwaltung exakt entspricht. Der entscheidende Punkt ist: Die Steuerberatung benötigt selbst kein vertieftes Fördermittelwissen. Wir liefern die fachlichen Inhalte und die geprüften Zahlen, die Steuerberatung übernimmt die Übertragung in die Steuererklärung. Aus einem oft fragmentierten Dreiecksverhältnis aus Unternehmen, Förderberatung und Steuerberatung wird ein abgestimmter Prozess entlang einer gemeinsamen Datenbasis.

Portrait

„Die Zusammenstellung der Projektdaten ist der größte bürokratische Schmerzpunkt im Antragsprozess für die Forschungszulage. Kein klassischer Berater kann diesen Aufwand vollständig abnehmen. Genau hier setzt unsere Plattform an. Wir holen die Daten aus DATEV oder dem HR-System des Unternehmens und übernehmen die Kalkulation komplett. Das spart manchmal Wochen an interner Arbeit."

Victoria Hoffmann – Co-Founder & Geschäftsführerin SectorPi

Was bleibt bei aller Automatisierung in der Hand der Berater?

Die Antragstexte werden weiterhin durch unsere Fördermittelexperten erstellt, immer auf Basis der Projektdaten des Unternehmens. Die fachliche Bewertung, die präzise Herausarbeitung der Innovation und die überzeugende Argumentation gegenüber der Bescheinigungsstelle, die Begleitung bei Rückfragen und im Widerspruchsverfahren, das alles bleibt klassische Beraterarbeit. Genau deshalb sprechen wir von einem „Tech-Enabled-Modell". Die Plattform ergänzt unsere Beratungsleistung, sie ersetzt sie nicht. Wer eine reine Software ohne Begleitung sucht, ist bei uns falsch. Wer eine Beratung sucht, die durch eine moderne Plattform spürbar effizienter wird, ist bei uns richtig.

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